Man muss schon wirklich mit einem gar sonnigen Gemüt ausgestattet sein, wenn man diese Berichterstattung kritiklos so stehen lassen wollte.
Wir freuen uns wirklich sehr für die Dame, die es geschafft hat aus einem Ein-Euro-Job heraus eine unbefristete Vollzeitstelle zu bekommen. Aber was ist mit ihren unzähligen MitstreiterInnen?
Wir empfehlen einen Blick in den Bericht der Vestischen Arbeit, dort kann man mit Schrecken nachlesen wie viele Menschen in Castrop-Rauxel in Ein-Euro-Jobs gebunden sind! Es stellt sich auch die Frage, wie viele von ihnen tatsächlich in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt wurden? Wir vermissen hier handfeste recherchierte Zahlen.
Fest steht weiterhin, diese Arbeitsverhältnisse führen eher zu Austauschmechanismen und Verdrängungseffekten auf dem Arbeitsmarkt. Dem vom Gesetz geforderten Nachrang der 1-Euro-Jobs wird in der Praxis kaum Rechnung getragen. Es gibt fast zehn Mal mehr Arbeitslose in diesen Jobs als in sozialversicherten Jobs auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Es ist uns daher völlig unverständlich, wie die hiesige Verwaltung hier kritiklos in Lobpreisungen ausbrechen kann.
Öffentlich geförderte Beschäftigung muss mehr sein, als die inflationäre Einrichtung von diesen Jobs! Qualifizierung und Weiterbildungsmaßnahmen sollten an erster Stelle stehen. Es sind aber praktisch drei Mal mehr Langzeitarbeitslose in 1-Euro-Jobs als in der beruflichen Weiterbildung, eigentlich ein Unding! Diese billigen, nicht sozialversicherungspflichtigen Jobs müssen nicht sein; der DGB rät zu einer kritischen Betrachtungsweise der Fakten!





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