Ein-Euro-Jobs vernichten Arbeitsplätze. Das bestätigt laut DGB Emscher - Lippe eine Studie im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit. Die Kritik von DGB und Wirtschaft an der Vergabepraxis der Ein-Euro-Jobs werde durch sie nicht nur gänzlich bestätigt, sondern sie zeige noch weitaus größere Missstände auf als bislang vermutet.
Die Studie untersuchte erstmals die tatsächlichen Arbeiten der Ein-Euro-Kräfte. Dabei wurde festgestellt, dass die Hälfte der Billigkräfte die gleiche Arbeit wie Festangestellte ausführt und dadurch reguläre Arbeitsplätze ersetzt werden. Aussichten auf eine Dauerbeschäftigung für Ein-Euro-Jobber gebe es aber nicht. Die Argumentation, man baue für besonders Benachteiligte Brücken in den Arbeitsmarkt, sei laut DGB damit unhaltbar geworden. Im Gegenteil rücke sogar „Richtige“ Arbeit für Langzeitarbeitslose in immer weitere Ferne, weil viele Einfach-Arbeitsplätze durch Ein-Euro-Jobs vernichtet würden.
In der Emscher-Lippe Region fordern DGB und Wirtschaftskammern seit langem die Reduzierung der Ein-Euro-Jobs. „Hier sind pro Jahr über 10.000 Ein-Euro-Jobber im weitgehend unkontrollierten Einsatz. Das sind viel zu viele. Wir brauchen jetzt eine Allianz mit Wirtschaft und Kommunen, die stattdessen Arbeitsplätze schafft“ verlangt DGB-Chef Josef Hülsdünker.
Ziel der Allianz solle sein, Ein-Euro-Jobber nur außerhalb von wirtschaftlichen Einrichtungen und nicht mehr in Altenheimen, Kindergärten, Krankenhäusern etc. einzusetzen. Die Allianz könne auch Beschäftigungsgelegenheiten für besonders weit vom Arbeitsmarkt entfernte Menschen zu schaffen, in denen sie stabilisiert werden. Deren Arbeit würde der Öffentlichkeit zu Gute kommen. „Entscheidend ist die strikte Trennung öffentlicher Einsatzorte von regulären Arbeitsplätzen. Mitnahmeeffekte müssen unterbunden werden,“ erklärt Hülsdünker. „Möglich wären auch Ein-Euro-Jobs in der ‚Entgeltvariante’. Beispielsweise Busbegleiter erhalten dabei einen Stundenlohn von über 8,50 Euro. Das ist zwar teurer, aber die Menschen erhalten einen akzeptablen Lohn für ihre Arbeit auf einem zusätzlich geschaffenen Arbeitsplatz. Das ist genau das, was unsere Region braucht: zusätzliche, ordentlich bezahlte Arbeitsplätze.“
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