Die alarmierende Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt reißt immer mehr Fachkräfte in die Arbeitslosigkeit. Im Regierungsbezirk Münster gibt es seit Krisenbeginn im November 2008 bereits 13.090 Arbeitslose mehr, davon 4.238 in der Emscher-Lippe Region und 8.852 im Münsterland. 2.513 von ihnen sind älter als 50 Jahre und haben dadurch besonders schlechte Aussichten auf Wiederbeschäftigung.
Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Kurzarbeiter. Im März 2009 haben in NRW weitere 4.433 Betriebe Kurzarbeit für 123.000 Beschäftigte angemeldet, somit hat sich die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit auf 414.610 erhöht*.
Kurzarbeit wird Entlassungen jedoch nur so lange verhindern, wie es Aufträge abzuarbeiten gibt. Geht der Auftragseingang aber weiter so rasant zurück, drohen betriebsbedingte Kündigungen in großer Zahl.
Bereits im Oktober diesen Jahres werden die ersten Opfer der Wirtschafts- und Finanzkrise, darunter viele Leiharbeiter, das Ende des Arbeitslosengeldbezuges erreichen. Der Absturz nach Hartz IV beginnt. Bevor jedoch Grundsicherung gezahlt wird, müssen die Betroffenen alle anrechenbaren Vermögens- und Geldwerte aufbrauchen. Damit droht vielen Fachkräften der Absturz in die Armut.
Helfen würde laut DGB eine Verlängerung der Bezugszeit des Arbeitslosengeldes von derzeit 12 Monaten auf mindestens 24, die Einrichtung öffentlich geförderter Beschäftigungsgesellschaften, sowie die Verlängerung des Altersteilzeitgesetzes über 2009 hinaus. Damit könne der von vielen Arbeitsmarktexperten prognostizierte Beschäftigungseinbruch den Absturz der Fachkräfte in die Armut in vielen Fällen abmildern. „Jetzt brauchen wir die Ausweitung der Arbeitslosenversicherung und der Altersteilzeit, um einen sturmfesten „Rettungsschirm für Arbeit“ aufzuspannen. Es darf nicht sein, dass sich Zumwinkel und Co. über mehrere Generationen gegen alle finanziellen Probleme absichern, während Tausende von Fachkräften in der Emscher-Lippe-Region ihr Eigentum und ihre Ersparnisse durch Hartz-IV verlieren“, erklärt DGB-Regionsvorsitzender Josef Hülsdünker. „Die bislang gültige Fiktion, es gäbe genug Arbeit und man müsse die Leute nur ‚fördern und fordern’, ist von der Finanz- und Wirtschaftskrise endgültig zerstört worden“, so Hülsdünker.
*) Regionale Zahlen liegen noch nicht vor
| < Zurück | Weiter > |
|---|




