Der Deutsche Gewerkschaftsbund legt ein Konzept zum Umbau der Energieversorgung vor und fordert darin einen verbindlichen Fahrplan für den Umstieg auf erneuerbare und nachhaltige Energien unter Berücksichtigung industriepolitischer und sozialer Belange. Innovation Cities müssten überall in Angriff genommen werden.
„Für die Emscher-Lippe-Region mit energieintensiven Produktionsunternehmen einerseits und vielen konventionellen Kraftwerkstandorten andererseits ist die Energiewende eine große Herausforderung. ‚Gegoogelte’ Meinungen helfen uns im nördlichen Ruhrgebiet wenig. Für uns ist die Realisierung eines machbaren und bezahlbaren Maßnahmenkatalogs, mit dem man die Klimaschutzziele erreichen und die Unterstützung der Arbeitnehmerschaft sichern kann von aller größter Bedeutung“, betont DGB-Vorsitzender Josef Hülsdünker. So müsse beispielweise die Versorgung von Unternehmensstandorten wie dem Chemiepark Marl sichergestellt werden, weil ohne Chemieprodukte die Energiewende technisch überhaupt nicht zu bewältigen sei und der Verlust industrieller Arbeitsplätze schnell die Zustimmung für die Energiewende schwinden lasse.
Mit ihrem Gesamtkonzept zur Modernisierung von Energieversorgungssystemen, Verkehrs- und Transportsystemen sowie zur Steigerung von Energieeinsparungen in Industrie und privaten Haushalten wollen die Gewerkschaften den Atomausstieg unumkehrbar machen. Die notwendige Brückentechnologie auf dem Weg zur vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Energien sehen die Gewerkschaften für einen Übergangszeitraum in Kohle- und Gaskraftwerke nach neuestem Standard. Dies verbindet der DGB mit der Forderung, die geplanten Gas- und Kohlekraftwerke zu realisieren und zugleich den Ausbau intelligenter Versorgungsnetze im Bereich von Strom und Wärme zu beschleunigen.
Im Rahmen der beschleunigten Energiewende halten es die Gewerkschaften für unabdingbar, dass die sozialen Interessen der Menschen gewahrt bleiben. So seien beispielsweise Fernleitungen für Strom auch in der Erde zu verlegen, wenn es aus ästhetischen Gründen sinnvoll ist und es dürfe nur zu moderat steigenden Energiepreisen kommen, die weder die Menschen noch die Industrie überforderten.
Das Positionspapier „Energieumstieg“ des DGB kann bei der Regionsgeschäftsstelle, Dorstener Straße 27a, Recklinghausen, bezogen werden.