Auch der DGB kritisiert den Entwurf des Masterplans „Raum und Siedlungsstruktur“ des RVR. Sollte es bei der vorab bekannt gewordenen Vorlage bleiben, würde die regionale Industrie des nördlichen Ruhrgebietes noch weiter in den Hintergrund gedrängt. Dass könne die Region angesichts von Massenarbeitslosigkeit, vorzeitigem Kohlerückzug und Strukturkrise laut DGB nicht hinnehmen. Der DGB unterstützt damit die Kritik der regionalen Wirtschaftsförderer.
Dass die RVR Regionalplaner die chemische Industrie als industriepolitisches Flagschiff der Emscher-Lippe Region nur randständig in ihren Planungszielen berücksichtige, sei nicht hinnehmbar. Auch seien Sätze irreführend und falsch wie: „Hier zeigt sich… andererseits der Strukturwandel in Gelsenkirchen hin zum Dienstleitungssektor (Wohnungswirtschaft, Immobilien etc.) nachdem die Industriebasis weitgehend aufgegeben wurde“. Der DGB erwarte jetzt vom RVR einen verbesserten Entwicklungsplan, der im nördlichen Revier die Türen für eine industriepolitische Offensive öffnet – und nicht zuschlägt.
„Dass Umweltschutz und Industrie keine Gegensätze seien, sondern die Industrie einen nachhaltigen Umweltschutz mit neuen Werkstoffen, Technologien und Innovationen erst möglich macht, sollte dabei auch in den Planungsabteilungen des RVR bekannt sein. Die Gewerkschaften jedenfalls werden für nachhaltiges Wirtschaften mit industriellem Schwerpunkt im nördlichen Ruhrgebiet eintreten“, erklärte DGB-Regionsvorsitzender Josef Hülsdünker
Der DGB erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass schon vor fast 2 Jahren die damalige Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) im regionalen Aufsichtsrat der Emscher-Lippe Region vollmundig eine industriepolische Offensive für das nördliche Ruhrgebiet angekündigt hatte. Geschehen sei aber bislang nichts. „ Von der neuen rot-grünen Landesregierung erwarten wir, dass dieses Vorhaben erneut aufgegriffen wird“, verlangt Hülsdünker.
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