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DGB verlangt Abschaffung von Studiengebühren und Bildungsabgaben

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Der DGB sieht in der Emscher-Lippe Region eine große Zahl der Migranten-, Arbeiter- und Angestelltenkinder um ihre beruflichen Karrierechancen gebracht. Mit dem viergliedrigen Schulsystem präsentiere sich NRW wie ein halbfeudales industrielles Schwellenland, in dem Bildungschancen ganz wesentlich vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

„Statt Begabungen aller Kinder zu fördern, werden Abschottungsmechanismen genutzt, um das Bildungskapital höchst ungleich zu verteilen. Dazu gehören neben der überholten Schulstruktur insbesondere Elternbeiträge für die vorschulische Bildung und Studiengebühren“, erklärt DGB-Vorsitzender Josef Hülsdünker. „Die Gewerkschaften verlangen vom Land NRW und den Städten den beitragsfreien Zugang zu allen Bildungseinrichtungen, um dem erkennbaren Fachkräftemangel zu begegnen und der De-Industrialisierung der Emscher-Lippe-Region nicht weiter Vorschub zu leisten“.

Laut DGB müssen finanzielle Hürden gegen mehr Bildungsbeteiligung der Arbeitnehmerschaft beseitigt werden. Eine neue Studie Konstanzer Hochschulforscher zeige, dass von 100 Akademikerkindern 88, von Nichtakademikerkindern aber nur 53 die Hochschulreife erreichen. Ein Studium beginnen 71 Prozent der Akademikerkinder, jedoch nur 24 Prozent der Kinder von Arbeitern und Angestellten ohne Studium. „Es ist wahrscheinlich, dass sich diese Zahlenverhältnisse in der Emscher-Lippe-Region noch schlechter darstellen. Daher müssen jetzt die finanziellen Hürden beseitigt werden,“ fordert Hülsdünker.

Für völlig verfehlt hält der DGB die gerade veröffentlichte Auffassung von Bochumer Wirtschaftswissenschaftlern, wonach Gebührenfreiheit im Studium nur den Besserverdienenden nutze. „Dies“ meint Hülsdünker „ist in Wirklichkeit törichte Propaganda: Was nutzt es einem Menschen aus den ärmeren Schichten der Region, wenn Reiche die Studiengebühren ihrer Kinder bezahlen, er selbst aber genau an diesen Studiengebühren scheitert? Würde man diesen neoliberalen Unsinnsüberlegungen folgen, dann hieße das, die Reichen würden demnächst gerne noch höhere Studiengebühren bezahlen, sich aber gegen Steuererhöhungen zur Verbesserung des Bildungswesens für die Allgemeinheit wehren. höhere Steuern wehren, mit denen das öffentliche Bildungswesen für alle verbessert werden könnte. Arbeitnehmerkinder würden dann jedoch weitgehend aus dem Hochschulsektor verdrängt werden. Damit aber wäre die sozialstaatliche Bildungspolitik am Ende: Für die Kinder der Arbeitnehmer und der Armen blieben nur untere oder mittlere Abschlüsse – wie früher.“

Die Gewerkschaften vermuten bei den Verfechtern von Studiengebühren deshalb ein hohes Eigeninteressen an der weiteren Privatisierung des öffentlichen Bildungssystems, um den Kindern der Besserverdienenden Zukunftschancen auf Kosten der weniger Betuchten zu sichern. „Die Arbeitnehmer in der Emscher-Lippe-Region haben bei der Landtagswahl mit großer Mehrheit ein solch unsoziales Ansinnen zurückgewiesen. Jetzt fordern wir die Abschaffung von Studiengebühren und den kostenlosen Zugang zu allen Bildungseinrichtungen in der Region und in Nordrhein-Westfalen“, so Hülsdünker.

 

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Foto: (c) Gisela Peter/ pixelio.deGelsenkirchener
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