In den Streit um den Weiterbau der A52 in Gladbeck schaltet sich nun auch der DGB ein. Er fordert einen raschen Beschluss zum Bau des Tunnels in der langen Variante. Die neue Autobahn dürfe weder die Stadt Gladbeck zerschneiden, noch untragbare Lärm- und Abgasemissionen verursachen. Daher sei der Bau des 1800m langen Tunnels, wie die Stadt Gladbeck ihn fordert, alternativlos. Um sowohl die Interessen der Stadt und ihrer Bürger als auch die der Wirtschaft zu berücksichtigen, komme nur diese Lösung in Betracht. Der Streit müsse unverzüglich beigelegt werden, um den für die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region dringend benötigten Autobahnbau baldmöglichst beginnen zu können.
„Die neue A52 wird sowohl die hohe Belastung der Bürger durch Dauerstaus bei Gladbeck verringern, als auch eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Region schaffen. Solange sich am Ende der jetzigen Autobahn aus Norden die Fahrzeuge vor der Ampel stauen und dann durch Gladbeck und Bottrop quälen müssen, werden Investoren diesen Teil der Region weitgehend meiden,“ erläutert DGB-Vorsitzender Hülsdünker die Haltung der Gewerkschaften.
Das Argument, die große Tunnelvariante sei zu teuer, lässt der DGB nicht gelten. Die Mehrkosten von 12 Millionen Euro gegenüber der aktuell diskutierten Lösung mit einem kürzeren Tunnel seien angesichts von Rettungspaketen in Milliardenhöhe für Banken und bei einer geplanten Neuverschuldung von rund 100 Milliarden Euro im nächsten Jahr geradezu lächerlich. Falsch sei auch die Ansicht, dass eine schnelle Lösung nur billig realisiert werden könne. Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe deutlich gezeigt, dass auch enorme Finanzmittel sehr kurzfristig mobilisiert werden können. „Wir verlangen vom Bund, dass die Tunnellösung umgehend beschlossen und ausschließlich aus Bundesmitteln finanziert wird. Das Angebot des Bundesverkehrsministeriums, bei einer finanziellen Eigenbeteiligung der Stadt Gladbeck einen kurzen Tunnel zu bauen ist ein zu offensichtlicher Versuch, am Ende doch die Galerielösung zu bauen und der Stadt die Schuld daran zu geben“, moniert Hülsdünker.
Äußerungen, die Stadt Gladbeck pokere zu hoch mit ihrer Forderung nach einem 1800m langen Tunnel, einem Anschluss für den Gewerbepark Brauk und einer optisch tragbaren Lösung für das Autobahnkreuz mit der A2 im Bereich des Erholungsgebiets Wittringen, kann der DGB nicht nachvollziehen. „Die Stadt fordert damit einen Ausbau der A52, der die Lebensqualität in Gladbeck nicht beeinträchtigt. Wer das für unnötig und zu teuer hält, dem scheint die Lebensqualität in Gladbeck egal zu sein. Vielleicht sollten diejenigen auch mal einen Blick in das Schwarzbuchs des Steuerzahlerbunds werfen, um wirklich Überflüssiges von Sinnvollem besser unterscheiden zu können“, empfiehlt Hülsdünker.
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