Unser Ziel: Zuerst der Mensch!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Aktuelles Kommentar Werden wir zu Vollidioten abgestempelt?

Werden wir zu Vollidioten abgestempelt?

E-Mail Drucken

Für die einen ist Kapitalismus rationale Marktwirtschaft, für die anderen die höchste Entwicklungsstufe der Gesellschaft. In beiden Perspektiven wird der Politik und den öffentlichen Medien die Aufgabe zugewiesen, „den Märkten“ optimale Bedingungen zu verschaffen, um der ökonomischen Vernunft die umfassende Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft zu erleichtern. Dass sehen zumindest die Ton angebenden Eliten mit vielen Besserverdienern und Boni-Schneidern in den Reihen genau so.

Zweifel sind angebracht. Die Finanz- und Wirtschaftskrise aufgrund legalisierter Betrügereien zeigt derzeit besonders schonungslos, dass Profit- und Raffgier keine gute Grundlage für die Marktwirtschaft und die Gesellschaft sind. Arbeitnehmer und Gewerkschaften wussten schon längst, dass das Geschäftsmodell der Investmentbanker die Wirtschaft ruiniert, Arbeitsplätze vernichtet und die Gesellschaft in reich und arm spaltet. Aber Geld und Macht der Finanzindustrie korrumpiert die Politik und die Eliten und bringt sie gegen die soziale Marktwirtschaft in Stellung.

„Bei den Banken helfen sie fix, für die Bildung tun sie nix!“ könnte heute skandiert werden. Der Staat rettet die Banken und Millionen Arbeitsplätze mit Steuergeldern, aber die Finanzindustrie bleibt im Wesentlichen unangetastet. Schuld wird in Schulden übersetzt und den öffentlichen Haushalten und den Steuerzahlern aufgebürdet. Den vielen wird viel genommen, damit die wenigen Nutznießer ihre Beute behalten können. Was sie zum „Weiter so“ brauchen, nämlich Macht und Herrschaft über Politik und die Medien, bleibt ihnen ebenfalls erhalten. Wie sonst ist zu erklären, dass nach einem Einbruch von fast 6% in der deutschen Wirtschaft, ein „Wachstum von 0,3% im dritten Quartal“ als „Drehen der Märkte in Richtung Aufschwung“ öffentlich und ohne jede kritische Betrachtung abgefeiert werden kann. Niemand fragt nach der Verantwortung für Millionenfache Arbeitslosigkeit - weltweit. Keiner stellt die Modelle neoliberaler Wirtschaftswissenschaftler in Frage, die noch immer von der Journaille zur besten Sendezeit präsentiert werden. Sollen wir uns in 2010 das Drehen der Arbeitslosigkeit in Richtung „Wachstum“ als Ausdruck rationaler Märkte interpretieren lassen – weil die deutschen Arbeitskosten international als zu teuer eingeschätzt werden?

Kann es sein, dass die mächtige Finanzindustrie in ihrer Arroganz und verbündet mit ihren medialen Helfern uns zu Vollidioten abstempeln will?