Unser Ziel: Zuerst der Mensch!

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Aktuelles Kommentar Solidarität mit Studierenden

Solidarität mit Studierenden

E-Mail Drucken

Liebe Leserinnen und Leser !

Gegenwärtig erregt der Bildungsstreik von Studierenden und Schülern große öffentliche Aufmerksamkeit. Auch in Recklinghausen setzen sich viele hundert mit lautstarken  Protesten gegen schlechte Studienbedingungen, Studiengebühren und ein überaus verschultes Studium zur Wehr. Wir Gewerkschaften unterstützen diese sehr berechtigten Forderungen der Studierenden und unterstützen deren Protest.

Anlässlich der Demonstration an der Fachhochschule in Recklinghausen habe ich das gewerkschaftliche „Nein“ der Gewerkschaften zu Studiengebühren bekräftigt. Viele Arbeitnehmerhaushalte können die finanzielle Unterstützung ihrer studierenden Kinder nicht schultern - anders als in den Haushalten der Besserverdienenden. Die Studienbereitschaft ist deshalb insgesamt zu niedrig und andererseits belastet das Geldverdienen im Studium die Bachelor- und Masterstudenten über die Maßen. Das ist eine der Fehlentwicklungen im Hochschulbereich, die dringend durch die Politik korrigiert werden muss.

Kleine Zugeständnisse durch Bildungsminister und Hochschulrektoren werden die studentischen Probleme nicht wirklich beseitigen. Deshalb habe ich in Recklinghausen auf den „sehr, sehr langen Atem“ hingewiesen, den diese studentische Bewegung brauchen wird, um ihre Ziele zu erreichen.

Ich glaube, dass der studentische Protest Erfolg haben sollte, um unsere Bildungs- und Ausbildungslandschaft modernen Anforderungen anzupassen. Die Ökonomisierung der Studiengänge sowie die Rationalisierung der Studienzeiten passen in den neoliberalen Mainstream, stören aber die Organisation zukunftsfähiger Studiengänge und Studieninhalte an den Hochschulen.

Auch eine beträchtliche Anzahl der Professoren hat in Recklinghausen deutlich gemacht, dass die mit den Bachelor- und Masterstudiengängen verknüpften „Anreizsysteme“, Förderstrukturen und Betreuungsmöglichkeiten einer guten Hochschulpolitik mit excellenten Studiermöglichkeiten entgegenstehen, wie sie ansonsten typisch für amerikanische Elitehochschulen sind. Da kostet allerdings das Semester auch schon mal 40.000 $. Diesen Weg wollen wir nicht gehen.  Studienberechtigungen und die Qualität der Hochschulen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Josef Hülsdünker